Helmholtz-Plattform zum Design robuster Energiesysteme und Rohstoffversorgung - RESUR

Diagram of RESUR platform: disruptive events feed into simulation coupling with multi-physics, economic, and social components, leading to analysis and assessment.
RESUR Phase I (2022–2025)

Kontext und Zielsetzung
RESUR Phase I etablierte eine sektorübergreifende Analyse- und Beratungsplattform als Reaktion auf die geopolitischen Verwerfungen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Diese „Zeitenwende“ machte Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energieimporten deutlich und unterstrich die Notwendigkeit, die Energiesicherheit zu stärken und gleichzeitig den Weg zur Klimaneutralität beizubehalten. Als eine der vier Initiativen von Helmholtz Energy zur „Zeitenwende Energiesicherheit“ – entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Politik und Industrie – trug RESUR zur Beschleunigung von Forschung, Wissenstransfer und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems bei.

Ansatz und Methodik
Die Plattform lieferte schnelle, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für Krisensituationen. Sie entwickelte fortschrittliche Co-Simulationswerkzeuge, um Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Energiebereichen abzubilden, und leistete Pionierarbeit beim „Re-Bundling“ in der Simulation, indem sie Stromerzeugung, -übertragung, -verteilung und -verbrauch über alle Spannungsebenen hinweg wieder miteinander verknüpfte. Die integrierte Modellierung der Strom-, Gas- und Wärmesektoren ermöglichte eine ganzheitliche Betrachtung der Systemabhängigkeiten.

Zentrale Ergebnisse
RESUR I lieferte kurzfristige, ereignisgesteuerte Entscheidungshilfen für Versorgungskrisen und Marktstörungen und stand dabei in engem Austausch mit relevanten Akteuren. Ein zentrales Ergebnis war ein einzigartiger, sektorenübergreifender Modellierungsrahmen, der die Komplexität des Systems abbildet, Schwachstellen identifiziert und die Gestaltung robuster und resilienter Energiesysteme unterstützt.

RESUR Phase II (2026–2027)

Ziel und Strategie
Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte RESUR-Phase II treibt die Weiterentwicklung der Plattform sowohl strategisch als auch methodisch voran. Dabei verfolgt sie eine zweigleisige Strategie: Sie stellt die Einsatzbereitschaft für die unmittelbare Krisenreaktion sicher und baut gleichzeitig die Analysefähigkeiten für komplexe Systemwechselwirkungen und langfristige Resilienz aus.

Methodische Fortschritte
Das Projekt stärkt die sektorübergreifende Integration durch die weitergehende Kopplung von Strom-, Gas- und Wärmesystemen und ermöglicht so die Identifikation von Kaskadeneffekten und verborgenen Abhängigkeiten. Das „Re-Bundling“ bleibt ein Kernelement für vollständig systemische Analysen. Die Robustheit der Modelle wird durch jährliche Szenario-Stresstests und systematische Sensitivitätsanalysen sichergestellt.

Innovation und Wirkung
RESUR II entwickelt eine umfassende Resilienzmetrik, die technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen integriert. Strukturierte Governance- und sichere Kommunikationsrahmen unterstützen einen verlässlichen Informationsaustausch, insbesondere in Krisensituationen. Der Wissenstransfer wird durch einen Beirat aus dem Energiesektor sowie durch zielgruppenspezifische Formate für Politik, Industrie und Zivilgesellschaft gestärkt und liefert praxisnahe Erkenntnisse für resiliente, zukunftsfähige Energiesysteme und Lieferketten.

 

Kontakt: Julian Hoffmann und Veit Hagenmeyer, Karlsruher Institut für Technologie

Beteiligte Zentren:

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Forschungszentrum Jülich (FZJ)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – assoziiert